Hallo nochmal,
hat zwar wieder ewig gedauert, aber ich erbitte mildernde Umstände, unser Auto wurde geklaut und das macht nun überhaupt keinen Spaß, nur Rennereien und Ärger! :evil:
Hier ist nun der Hautteil. Ich will betonen, dass das nur meine eigenen Eindrücke sind und ich habe verzichtet Namen zu nennen. Eines nur noch: ich freue mich durch dieses Abenteuer einige sehr nette Leute kennengelernt zu haben, mit denen ich den Kontakt aufrecht erhalten möchte.
DER GROSSE MOMENT:
Oben ist eine knisternde Atmosphäre. In der Luft liegt ein Hauch von gedämpfter Aufregung. Einige radioEINS-Mitarbeiter wuseln umher. Ein Mann der Plattenfirma erklärt uns nochmal das Prozedere auf deutsch: Begrüßung mit Shakehands, eventuell Fragen stellen, Fotos, Autogramme. Aber ein anderer will unbedingt nochmal auf englisch alles erklären (vermutlich hatte er Angst, dass man uns etwas verschwiegen hatte). Man sagt uns, wir bekommen die Fotos und die CD zugeschickt und es liegt ein Blatt Papier aus, auf dem wir unsere Adressen aufschreiben sollen.
Der Fotograf baut sein Equipment auf und bittet uns unsere Sachen woanders hinzulegen. Na klar, machen wir doch. Er prüft die Lichtverhältnisse indem er immerzu mit seinem Belichtungsmesser Blitze in den Raum schickt. Man kommt sich vor wie auf einer Foto-Session.
Irgend Jemand von radioEINS sagt uns, dass die Plattenfirma verlangt hatte, uns die Fotoapparate abzunehmen, aber wir waren scheinbar alle vertrauenswürdig genug und es hat das Wort genügt, dass keiner aus der Reihe tanzt.
Die Spannung verdichtet sich. Was lässt man sich denn nun am besten unterschreiben? Wir beraten uns darüber und eine von uns hat für Alexandria einen Plüschhund mit Hundebaby mitgebracht. Wie soll sie dieses Geschenk überreichen? In Geschenkpapier oder pur? Wir beratschlagen und beschließen dann: ausgepackt, da er sicher keine Zeit haben wird es auszupacken.
Wann wird endlich die Aufzeichnung vorbei sein? Um einen guten Blick in den Gang zu haben, gehe ich an eine geeignete Stelle, wo Fotos der meisten radioEINS-Mitarbeiter an einer großen Wand hängen und lasse mir das "Who is Who" von radioEINS erklären. Immer wieder ein Blick in Richtung Konferenz-Raum ... Und plötzlich - da kommt Coco Schwab aus dem Raum. Jetzt geht's gleich los. Was tun? Am besten zu den anderen gesellen, sonst verpasse ich noch den Antritt. Wir sollen in einer Reihe Aufstellung nehmen. ... Let's beginn the audience!
Gemurmel, Geraune, Geraschel. ...
Und plötzlich, wie aus dem Nichts, kommt die Gesellschaft um die Ecke, mitten drin ein dynamischer David Bowie in einem knappen schwarzen T-Shirt mit Death Killer-Aufdruck und winzig kleinen Mottenlöchern, einer interessanten Designer-Jeans und (ich glaube) hellblauen oder türkisfarbenen Volleyballtretern aus Stoff mit roten Schnürsenkeln (oder war einer rot und einer grün?) Alles in allem ganz schön grunge. Aber - dieser Mensch könnte im Kartoffelsack vor einem stehen und hätte immernoch Charisma. Er ist ziemlich klein so ca. 1,75 m und sehr schlank, so dass er in der Gruppe kaum auffallen würde, wenn da nicht diese super geschnittene auffällige Frisur wäre und die Aura, die ihn umgibt. Wo schaut man zuerst hin?
Ich bin die zweite von rechts und somit die Vorletzte in der Reihe. Die erste darf ihn begrüßen und bestellt Grüße vom BowieNet. Es scheint, er freut sich sehr über diese Grüße und bedankt sich. Dann überreicht sie Ihm den Plüschhund mit Baby für Lexy. Er reagiert ausgesprochen charmant, drückt das Pärchen an sich und sagt: "Ah, for Lexy! But the big one is for me." und lacht. Er legt den Hund auf einen Sitzplatz und geht in der Reihe weiter. Der nächst ist dran. "Pleased to meet you, Mr Bowie!" "That?s my pleasure!" Die nächste begrüßt Ihn. Er: "How do you do?" Dann sagt sie "I have heard you like sushi. I have brought you some sushi." Und zeigt auf einen kleinen Beistelltisch, wo eine Tüte mit dem mitgebrachten Sushi in einer Assiette liegt. Daneben steht (rechts neben mir) die Übernächste. Er deutet auf sie und fragt: "Oh, you are sushi?" Allgemeines Schmunzeln. Dann bin ich dran. "Peased to meet you, David!" "Oh it?s my pleasure!" Ich bringe vorerst kein weiteres Wort heraus, da mir immernoch keine zündende Idee für eine gute Frage kommt. Ich stehe ihm gegenüber. Der Abstand beträgt ca. 30 cm. Dann ist die letzte in unserem Bunde dran. "Hello David!" "Hello!"
Er ist glänzender Laune lächelt und lacht dauernd und er scheint völlig gelassen und natürlich. Danach fragt der erste von uns nach einem Autogramm. Wir haben alle unsere Stifte und Bücher, LPs und CDs parat gehabt als die Begrüßung statt fand, falls alles so schnell geht, dass man keine Zeit mehr hat, die Sachen zu holen. Wir buchstabieren ihm unsere Namen und er gibt jedem ein persönlich gewidmetes Autogramm, dabei hält natürlich auch jeder sein mitgebrachtes Objekt selbst fest, sozusagen an einem Ende er am anderen Ende der Fan. Hach (träum) -ich habe schon mit David Bowie "zusammengearbeitet" 😉 Eine von den anderen lässt sich die "Peter and the Wolf" LP unterschreinben und sagt ihm, dass sie die Ihrem Kind vorspielen wird. Er ist sehr nett und erwiedert auch etwas, das ich aber akustidsch nicht richtig verstehen kann.
Danach kommt von irgend jemandem die Aufforderung, für die Fotos Aufstellung zu nehmen. Er stellt sich mit J. (dem Plüschhund-Fan) in die Mitte und sie umfassen einander die Taille. Jeweils zwei von uns stehen rechts und links von den beiden. Ich stehe dicht neben ihm und die Atmosphäre ist irgendwie unwirklich. Ich hoffe das wird ein schönes Andenken. (leider sind die Fotos jetzt, da ich schreibe, immer noch nicht da).
Nun fragt der einzige Mann unter uns M&Gs eine richtig gute Frage über seinen Ausflug zum Buddismus in jungen Jahren. David antwortet ausführlich, dass er sich dafür interessiert hat und sogar mal vorhatte selbst ein Lehrer dieses Glaubens zu werden, aber sein Lehrer hat gesagt, dass er das nicht tun sollte. Er ist nicht der Richtige dafür. Er solle lieber Musik machen. Heute ist er froh, sich nicht dazu entschlossen zu haben.
Bei diesem Gespräch ist er ganz und gar für seinen Gesprächspartner da. Ich stehe schräg hinter ihm und versuche, so viel wie möglich von diesem Gespräch mitzubekommen. Aber leider komme ich nicht weiter herum, weil dort J. steht und ihn unverwandt anschaut, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken - es könnte ja genau in diesem Augenblick etwas passieren. Sie ist in ihrer Art wirklich süß. Ich habe den Eindruck, dass er sich freut, dass nicht immer alle das Gleiche fragen. Diese ewig abgedroschenen Fragen, deren Antworten doch eh schon jeder kennt...
Nun werden noch Fotos mit der Crew von radioEINS gemacht. Dazu hockt er sich auf einen Beistelltisch und ist umgeben von einer Menge Radio-Leuten. Bei jedem Foto, das gemacht wird, ändert er die Position und den Ausdruck seines Gesichts ganz leicht. Daran merkt man auch, dass er ein echter Profi ist. (Hat Ihm vielleicht Iman beigebracht?) Auch die radioEINSen wollen noch Autogramme haben ... Es hat aber nicht mehr jeder eins bekommen.
Aber schon drängt Management /Plattenfirma zum Aufbruch. Er wird in den Fahrstuhl gebracht (vor dem, bevor er aufgeht, ein Mann Wache schiebt und den Plüschhund in der Hand hat) winkt uns nochmal zu und die Türen schließen sich. ...
Ich habe dieses Abenteuer auch für mich aufgeschrieben. Es wird noch einen letzten Part geben. Falls noch jemand Interesse hat, das hier auch noch zu lesen, lasst es mich wissen.
Gruß an alle
"We can be Heroes"
"You show respect, even if you disagree."
by Camille Paglia quoted by David Bowie in "We prick you"