So, da bin ich wieder.
Hier also meine Erinnerungen an den Tag, an dem sich so einiges für mich veränderte.
Es begann alles damit, dass ich bereits um 5:00 Uhr aufstand. Ich wollte unbedingt alle Chancen nutzen. Zum Glück hatte ich einen Tag Urlaub bekommen.
Ich konnte natürlich noch nicht ahnen, dass ich gewinnen würde, wollte aber so oder so auf alle Fälle zur Radiostation fahren. Das wäre sonst nicht gegangen, da ich Spätdienst gehabt hätte.
Die erste Chance – zu spät. Kam nicht durch. Um 7:20 Uhr wollte ich cleverer sein und rief früher an. Kam sogar durch, aber leider zu früh. „Na, vielleicht hören wir uns ja noch mal“ meinte die Stimme am anderen Ende. Na wohl eher nicht, dachte ich.
Probierte es sofort noch mal und es war unglaublicherweise wieder frei.
Ewig lange musste ich warten, dann die erlösende Stimme. Mußte aber in der Warteschleife bleiben. Es kam mir vor wie eine Ewigkeit. Hätte mich ja gern mal selbst gesehen. Ich bin die ganze Wohnung abgelaufen, immer wieder, wie ein Tiger im Käfig, so aufgeregt war ich. (Habe ein einen Wandbehang von Bowie an der Wand und mich an diesen gewandt „Oh bitte bitte…“-haltet mich jetzt aber bitte nicht für verrückt.)
Dann kam der 1. dran. Sie spielten „Space Oddity“, „Lady Stardust“ und „Life On Mars?“ und man musste die Gemeinsamkeit herausfinden. Er sagte, dass es vielleicht alles zusammen mit den Spiders from Mars gespielt worden wäre. Falsch!
Dann kam die 2. dran. Die sagte, dass alle von der gleichen Platte wären.
Natürlich auch falsch!
Dann ich!
Konnte es gar nicht fassen.
Oh Gott, nur weil die beiden nicht die richtige Antwort wussten!
Ich hab’ erst gar nicht gleich mitgekriegt, dass ich jetzt dran war, weil die Musik auf dem Ohr so laut war. Habe dann auch einfach geraten. Man weiß ja nie, was sie wirklich hören wollen. Ich sagte, dass sie alle was mit Außerirdischen zu tun haben. „Ja, mit dem All. Das lassen wir gelten!“
Hab’ ich auch nicht gleich mitbekommen. Hab’ aber alles aufgenommen.
Ich konnte mein Glück gar nicht fassen. In wenigen Stunden würde ich IHN treffen!!!
Vor Aufregung konnte ich mich nicht mehr an meine Postleitzahl erinnern.
Habe dann alle möglichen Leute angerufen und schließlich auf BowieNet gepostet.
Boah, die haben sich alle mitgefreut. Eine hatte mich sogar im Radio gehört. Sagte, sie hätte sich schon gedacht, dass es „eine von uns war“, weil ich mich so glücklich angehört hatte.
Ich war so froh, das BowieNet zu haben, weiß nicht wie ich es sonst allein zu Hause ausgehalten hätte.
Bin dann aber zeitig los. Ich hatte furchtbare Angst, was so alles schief gehen könnte und außerdem wollte ich noch was für Lexi besorgen.
Habe in der City jenen Plüschhund mit Baby gekauft. Und noch ‚ne Postkarte dazu. Könnt Ihr Euch vorstellen, was dort grade gespielt wurde? „This Is Not America“. Das musste einfach ein Zeichen sein.
In der S-Bahn hab’ ich meinem Freund erst mal ’ne sms geschickt, nach dem Motto, dass es etwas später wird, treffe erst noch David Bowie.
Gott, war das geil!
Ich kam ca. 1 h bevor wir da sein sollten, an. Waren auch schon 15 – 20 Leute da. Habe erst mal alle möglichen Leute getroffen, die ich bisher nur vom BowieNet her kannte. War ein prima Gefühl, sie alle mal kennen zulernen.
Dann kamen Reporter, die ein Interview wollten – mit MIR! Das war vielleicht komisch. Die anderen Gewinner hatte ich bisher noch nicht gesehen. Dann wollten die Reporter Interviews mit den anderen Nettern. Mann, da hab’ ich erst mal gemerkt, was für ein verdammtes Glück ich gehabt hatte. Sie alle sind schon so lange Fans von ihm, die ihm möglichst überall hin nachreisen, ich dagegen verglichen mit ihnen ein richtiges Küken. Das beruhigte mich jedenfalls nicht gerade.
Dann kam ein Auto mit getönten Scheiben in Sicht, blieb einen Moment an der Ecke stehen. Wir dachten schon alle…aber nein, es fuhr weiter. Peter Radszuhn kam raus, um uns mitzuteilen, dass db jeden Moment kommen würde. Die Anspannung wuchs.
Und da, endlich, kam eine schwarze Limousine um die Ecke. Ich konnte ihn auf dem rechten Rücksitz erkennen. Sofort stürmten die Bildreporter auf ihn zu und bildeten eine Traube. Ich hätte wohl noch ein bisschen mehr zu ihm hindrängen können. War hinterher, als ich meine Fotos sah, erstaunt, wie nah ich ihm draußen schon war. Dabei hatte ich die Kamera bloß über meinen Kopf gehalten und einfach geknipst.
Ich drängte aber nicht weiter vor. Irgendwie wollte ich lieber die anderen vorlassen. Schließlich würde ich ja noch genügend Gelegenheit haben, ihn vom Nahen zu sehen.
Er verschwand ganz schnell nach drinnen. Die Zeit drängte allerdings auch schon.
Später sah ich, dass er tatsächlich noch einige wenige Autogramme gegeben hatte. Aber leider nicht an „meine“ Leute.
Als David in „Sicherheit“ gebracht worden war, durften wir endlich rein. Dabei habe ich erst die anderen Gewinner kennen gelernt.
Wir mussten leider unten warten bis das Interview zu Ende war. Netterweise wurde es uns aber möglich gemacht, das Interview mitzuverfolgen. Wobei ich sagen muss, dass ich bis auf die supergeilen Songs nicht viel davon mitbekommen habe. Wir haben uns unterhalten, Fotos von einander gemacht und Adressen getauscht.
Radio Eins hat sich viel Mühe gegeben. Sie haben uns eine Begleiterin zu Verfügung gestellt und für reichlich Catering gesorgt. Wir waren aber alle viel zu aufgeregt. Ich hatte zwar morgens nur ein 1/2 Brötchen gerade so runtergekriegt, konnte aber trotzdem bloß 2 Kekse essen. An Trinken war kaum zu denken. Vielleicht renn’ ich noch zur Toilette im entscheidenden Augenblick und verpasse ihn! Man wusste ja nie, wann ’s losgeht.
Dann endlich, das Interview war zu Ende, wurden wir nach oben gebracht in die Lederlaunge.
Ich war so aufgeregt, das kann ich gar nicht beschreiben. Dann wurde uns erklärt, was erlaubt, besser gesagt nicht erlaubt war. Große Enttäuschung. Keine eigenen Fotos, nur ein gemeinsames. Das sie sich schließlich doch dazu durchgerungen haben, uns 2 Fotos zuschicken – alle Achtung! 😉
Ferner nur ein einziges Autogramm. Ich wollte mir unbedingt eines auf die Schulter geben lassen. Wäre dann am nächsten Tag zu Tattoo-Studio gerannt. Ich will nämlich schon seit Jahren ein Tattoo, und was wäre schöner als ein ORIGINAL-Autogramm von ihm.
Aber da ja nur ein Autogramm erlaubt war, habe ich mich doch sicherheitshalber für meine Live and Well-CD entschieden. Später habe ich mich geärgert. Hätte ich ihn gefragt, er hätte es bestimmt gemacht. Da wäre ja wohl kaum einer vom Management dazwischen gesprungen.
Wir haben dann überlegt, die Plüschhunde doch lieber auszupacken. Die Verpackung war nicht so, wie ich sie haben wollte, weil die Hunde zu groß und zu weich waren. Schnell noch die Postkarte für Lexi angeheftet.
Und da kam er auch schon um die Ecke. OH MEIN GOTT!!!! Ich konnte es gar nicht fassen.
Presste schnell den Hund an mich. Da kam er auch schon – zu MIR als erstes!
Wobei ich zugeben muss, dass ich ja auch die erste in der Reihe war. Logisch, dass er zuerst zu mir kam.
Jetzt verschwimmt alles. Ich kann beim besten Willen nicht mehr die genaue Reihenfolge sagen. Ich war kurz vorm plötzlichen Herztod!!!
Er gab mir die Hand, was für ein Lächeln, was für ein bezaubernder Mann! So charmant, und übrigens viel kleiner und schlanker, als er auf Fotos oder im Fernsehen wirkt. Wow, ich sag Euch: eine FIGUR!!!
Ich sagte, ich wäre Jani vom BowieNet und müsste ihn unbedingt von allen Nettern grüßen, sonst würden sie mich umbringen. Er lachte, schien sich total zu freuen und sagte „ Na dann wirst Du ja sicher gleich heute Abend noch eine Message schreiben.“ Ich sagte „Klar“ und er „na hoffentlich keine bad post“, Ich sagte „of course not, never ever!“ woraufhin er lachte.
Fast hätte ich es vergessen zu erwähnen (zum Glück kann man hier editieren). Ich gab ihm die Hunde. Das heißt er nahm sie sich. Sagte gleich: "For Lexi? But the big one is for me!" (Oder so ähnlich). Mann, ich hätte reinbeissen können! (In den Mann, nicht in die Hunde)
Dann begrüßte er die anderen alle. Man hatte wirklich den Eindruck, dass es ihm ungeheuer Spaß machte.
Eine von uns hatte Sushi für ihn mitgebracht, aber dass hat ja Mrs. Rice (hihi, süßer Name übrigens!) auch schon geschrieben.
Dann ging es an die Autogramme. Und mehrfach sagte er meinen Namen, kümmerte sich richtig rührend um mich. Das war so süß. Klar, wegen BowieNet. Aber, hey, ehrlich, ich bin schon total stolz deshalb (könnt ihr sicher verstehen) und hoffe natürlich, dass er mich nicht gleich wieder vergessen hat, sondern später auch meine Posts auf den message boards gelesen hat. (Hätte mal gleich bei der Frage wegen der Message antworten sollen, dass er ja nachlesen kann, ob sie denn böse war. Aber man ist ja hinterher immer schlauer.)
Dann stand das Fotografieren an. Habe vergessen, dass wir, bevor David kam, eine General-Standprobe hatten. Alles was ich da dachte war, Neeeeee, ich muss NEBEN ihm stehen, ich MUSS!!!!!
Alle liefen in die Richtung, David hinterher und hinter ihm ich. Wow jetzt sah ich die Löcher in seinem Dethkillers-Of-Bushwick-T-Shirt, und sein Genick!!!!!
Alle stellten sich hin und ich blieb übrig. Ok, ok, ich geb’ ja zu: ich hatte es ein bisschen darauf angelegt. Wollte mich einfach nicht mit ‚nem Platz an der Seite abfinden. Kann man doch verstehen, oder? Ich zögerte also, und da winkte er mich tatsächlich zu mir! „Jani come here“. Und ob!!!! Klar war ich sofort an seiner Seite. Jetzt vergaß ich all meine Schüchternheit und legte gleich frech meine Hand um seine Taille. Boah, was für eine Taille, sag ich Euch. Kein Gramm Fett. Und jetzt konnte ich ihn auch riechen. Awrrr, er duftete so gut. Hätte gern gewusst, was es war. Bekam auf BowieNet auch ein paar Tips, was es gewesen sein könnte, weil er es früher einmal getragen hatte. Ich muss aber gestehen, ich bin erst jetzt dazu gekommen, es in der Parfümerie zu erschnuppern und bin mir nicht mehr sicher.
Erst war ich total für Miyake „L’Eau d’Issey“, doch schon am nächsten Tag doch mehr für Chanel „Egoiste Platinum“, das ein bisschen süßlicher ist.
Zu Hause angekommen, hielt ich sogar die Probe, die ich mitbekommen hatte (Dior, „ Higher Energy“) für durchaus möglich.
Kann nur soviel sagen (das haben aber kurioserweise auch alle anderen beschrieben), dass der Duft zitronig frisch aufhört.
Ok, genug davon. Ich also in seinem Arm, mit meinem um seine Taille. Jaja, das hab ich auch schon auf BowieNet geschrieben: hier möchte ich ewig verweilen.
Ich konnte dann nicht an mich halten, und hab seufzender Weise kurz meinen Kopf an ihn gelehnt und ihn…na ja, mit der Hand an der Taille kurz gestreichelt. Daraufhin haben wir uns angelacht und dann natürlich alle. Ich glaub’ dabei ist das eine Bild entstanden, wo ich noch so dämlich den Kopf hochhalte.
Dann hat einer von uns ihm noch die Frage wegen seiner Buddhisten-Vergangenheit gestellt (Mrs. Rice berichtete). Ich konnte ihn nichts weiter fragen, ihm nichts weiter sagen, ich stand bloß da wie paralysiert und sah in diese faszinierenden Augen.
Dann war es Zeit für uns in den Hintergrund zu treten. Er machte noch Fotos mit der Radiocrew, was gar nicht geplant war und gab auch ihnen Autogramme. Das fand ich so super toll von ihm. Das zeigt, glaub’ ich, ganz gut, was für ein Mensch er ist.
Später hat uns auch der Radio Eins-Boss vorgeschwärmt, was Bowie für ein umgänglicher, natürlicher Mensch ist, und uns erzählt, wie die Stones so ein Meet & Greet durchführen: Wenn überhaupt ein flüchtiges Hi, in Position für ein Foto und genau so schnell wie gekommen auch schon wieder entfleucht.
Nee, aber nicht Bowie!!!
Dann ging er zum Fahrstuhl. Ich winkte ihm noch und rief „Bye Sailor!“. Er winkte uns zurück und lächelte.
Als er weg war, stand dort immer noch das deutsche Management und einer von ihnen hielt noch den Plüschhund im Arm. Ich also gleich hin und ganz enttäuscht gefragt, dass er ihn wohl doch nicht mitnimmt. Der Mensch beruhigte mich aber und sagte „Nein, nein, den kriegt er. Den wollte er schließlich unbedingt haben. Gleich als wir um die Ecke kamen rief er: Den Hund da krieg’ ich gleich!“
Oh, ich hoffe, das stimmt auch! 😉
Wir wurden dann in die heilige Halle (den Interview-Raum) geführt und Steen machte mit uns noch Interview. Das wurde zwar später drastisch geschnitten, aber ist ja egal.
Überhaupt haben sie sich noch lange mit uns unterhalten und uns noch so ein bisschen was gezeigt. Wann kriegt man schon mal die Gelegenheit, sich in ’nem Radiosender umzusehen.
War echt klasse!!! Schnell noch ein paar Souvenirs eingeheimst und dann standen wir draußen.
Alle noch da. Wir erfuhren, dass sie leider nicht mehr erfolgreicher waren, als bei Davids Ankunft. Das tat mir so leid. Ich hätte dort genauso stundenlang gestanden, wenn ich nicht dieses Glück gehabt hätte zu gewinnen, und es war an diesem Tag wirklich ganz schön kalt!
Wir haben also erst mal erzählt und unsere Trophäen gezeigt.
Hihi, Mrs. Rice meinte zu mir, dass er mich in den Arm genommen hatte beim Shooting, war auch unbedingt notwendig gewesen. Sie hatte nämlich befürchtet, dass ich sonst einfach umgekippt wäre. Dann nahm sie mich noch ein ganzes Stück mit ihrem Auto mit. Das war klasse, so musste ich bloß noch 3 Stationen mit der s-Bahn, die zum Glück gleich kam, fahren.
Im Auto hat mich ja Mrs. Rice noch abgelenkt, wir haben viel, nicht nur über Bowie, geredet. Aber als ich so in der S-Bahn saß bekam ich derartig das Zittern, dass ich echt Angst hatte, die anderen würden es sehen!
Zu Hause angekommen, bin ich natürlich gleich auf BowieNet gegangen. Habe gleich eine Dankes-Post für den Sailor geschrieben. Dann machte ich mich daran, den versprochenen Bericht fürs BowieNet zu schreiben, bewaffnet mit einem Glas Wein und endlich etwas zu essen (wobei ich bloß ein paar Bissen runterbekam, trotzdem ich ziemlich starken Hunger hatte, was sich übrigens auch die Woche über nicht ändern sollte).
Junge, ich bekam so viele unglaubliche Antwortmails, dass ich 5:30 Uhr unterbrechen musste und ins Bett ging, um wenigstens noch ein bisschen Schlaf zu bekommen (während der Sailor seinerseits nur wenige Kilometer entfernt – eventuell noch – schlief).
Ich hatte ja auch Spätdienst, war aber 3 Stunden später schon wieder wach und weiter im Netz bis ich zur Arbeit musste.
Das Erlebnis mit Bowie war schon das absolute Ereignis, aber die Reaktionen der Netter waren (fast) noch mal so schön.
Auf alle Fälle kann auch ich abschließend sagen: I hated Mondays…till now…, aber dieses Erlebnis, dazu am Montag darauf die Riverside Show, und wiederum einen Montag darauf die Reality-Veröffentlichung – wie sollte ich da den ersten Tag der Woche noch hassen…
Oops, mein Bericht ist doch ein bisschen lang geworden. Hoffe, Ihr verzeiht mir.
Und nochmals, entschuldigt, dass ich mich nicht früher melden konnte.
xJani