[Musical] Lazarus in Göttingen

Reinhold
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24.06.2019, 15:47 Uhr
zickydustbin schrieb am 24.06.2019, 12:37 :


nanana...  so voreilig wär ich da nicht... 

Vielleicht war es auch noch der frische Eindruck von Leipzig.... 
Aber, es stimmt, so richtig begeistert waren wir nicht.
Obwohl es verheißungsvoll angefangen hat.
...

"Das ist ja interessant... ich hab das hier gerade gelesen... der, der das geschrieben hat, der Autor... der ist kurz danach gestorben..." 


Gruß, Z
 
Soso , Enda Walsh ist schon tot... :-[

Aber Danke für Deine Kritik @zicky
dustbin‍ 

Reinhold
Pflichtangabe zu den Inhaltsstoffen meiner Postings: Kompetenz, Erfahrung, geringe Anteile von Halbwissen. Kann Spuren von Ironie oder Hörensagen enthalten.
Petralpz
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24.06.2019, 21:00 Uhr
Mit "die wird es nicht geben", habe ich mich gemeint. Mir tut Wiebke leid, was sie sich alles anhören musste......
Simone sagte "Ich war noch nie so entsetzt" Wiebke war traurig. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte mir das in Leipzig anhören müssen, nicht auszudenken. Ich wollte das nicht auch noch schriftlich wiederholen.

Da du schon mal angefangen hast Zicky, dann doch von mir ein paar Einzelheiten.
"Entgleist" trifft es gut. Die küssenden Männer auf der Bühne, Anspielung auf Davids Bisexualität, Ben starb nicht durch den Dolch, sondern durch einen Kuss von Valentine, der Junggesellenabschied oder was auch immer das sein sollte. Sie kamen gröhlend durch die Seitentüren. Nicht nur die Goldvorhänge, alle hatten dann nur noch glitzernde Kleider an. Die Männer wirkten dadurch billig tuntenhaft.
Ansage: Szene 14 jetzt kommt Ben, Applaus fordernd, dann kam der Nächste, Szene....
Wäre Valentine nicht gewesen, er machte etwas wieder gut.
Den Mord an Michael sah man nicht, wurde nur Leuchtschrift eingeblendet "Michael ist tot" Wer sollte jetzt kapieren das er von Valentine ermordet wurde?

Mir kam mehr als einmal der Gedanke: was soll jemand denken, der David nicht kennt und sich die Vorstellung nur aus Neugier anschaut, wer David war?
Billig und tuntenhaft? Den Eindruck musste er haben.

LG
Petra
I'm not a prophet or a stone aged man, just a mortal with potential of a superman. I'm living on.” (David Bowie)
Madman
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24.06.2019, 21:26 Uhr
Petralpz schrieb am 24.06.2019, 21:00 :

Wiebke war traurig. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte mir das in Leipzig anhören müsse, nicht auszudenken.
Oje, wie schade. Aber Wiebke kann doch nichts dafür, es ist immer reine Geschmacksfrage, was dem oder der einen gefällt, muss der oder dem anderen noch lange nicht gefallen.  🙁
Petralpz
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24.06.2019, 21:31 Uhr
Madman schrieb am 24.06.2019, 21:26 :

Oje, wie schade. Aber Wiebke kann doch nichts dafür, es ist immer reine Geschmacksfrage, was dem oder der einen gefällt, muss der oder dem anderen noch lange nicht gefallen.  🙁

Ja sicher, es ist aber ihre Stadt und da trifft es einen persönlich. Wäre mir nicht anders gegangen.

LG
Petra
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zicky_dustbin
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25.06.2019, 01:25 Uhr
Niemand ist verantwortlich für Dinge, die im Theater der Stadt in der er lebt, passieren.
(Herrje, was soll ich da als Berliner sagen... 😮 )
Und, wie gesagt, ich fand es ja eher "durchwachsen" und nicht "rundum schlecht"
Und ich bin auch sehr froh, dass ich es gesehen habe.
Nicht nur weil der Ausflug nach Göttingen und Euch zu treffen, schön gewesen ist!
Sondern, nein, ich bin auch froh, dass ich das Stück gesehen habe.
Denn trotz Kritik war es interessant und man hat wieder eine neue Facette möglicher Herangehensweise an "Lazarus" kennengelernt...

Also, Wiebke braucht sich da auch nicht schlecht fühlen!  😉
(es war auch noch sehr nett, als wir beim Wein zusammen saßen! 🙂 )


Gruß, Z

- bowiefun for ever -
Petralpz
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25.06.2019, 01:57 Uhr
zicky_dustbin schrieb am 25.06.2019, 01:25 :

Niemand ist verantwortlich für Dinge, die im Theater der Stadt in der er lebt, passieren.
(Herrje, was soll ich da als Berliner sagen... 😮 )
Und, wie gesagt, ich fand es ja eher "durchwachsen" und nicht "rundum schlecht"
Und ich bin auch sehr froh, dass ich es gesehen habe.
Nicht nur weil der Ausflug nach Göttingen und Euch zu treffen, schön gewesen ist!
Sondern, nein, ich bin auch froh, dass ich das Stück gesehen habe.
Denn trotz Kritik war es interessant und man hat wieder eine neue Facette möglicher Herangehensweise an "Lazarus" kennengelernt...

Also, Wiebke braucht sich da auch nicht schlecht fühlen!  😉
(es war auch noch sehr nett, als wir beim Wein zusammen saßen! 🙂 )


Gruß, Z

Du sagst Wiebke braucht sich nicht schlecht zu fühlen... Doch sie hat, ich habe Augen im Kopf. Ich sehe und spüre sowas, die Mimik bleibt mir nicht verborgen.
Deshab wollte ich nichts schreiben. Ich war auch leider Gottes zu direkt in der Pause. Das war alles bevor du aufgetaucht bist. Ich hätte mich zurück halten sollen und hätte diplomatischer sein sollen, durch die Blume usw. Aber sowas kann ich nicht.

Und ... das Stück hat mir nix gegeben, das hat nichts mit Leipzig zu tun. Eher damit, wie David und sein Werk interpretiert wurde. Damit war ich nicht einverstanden.  Ich bin natürlich nicht Davids Anwalt, trotzdem.... irgendwie fühle ich mich so, gefühlsmäßig......
Ich bereue den Tag nicht, weil ich euch getroffen habe.

Bremen hat mich glücklich gemacht, Hamburg hat in mir eine Leere hinterlassen, da die Story zugeschüttet wurde, Leipzig, da kamen die Songs nicht so wie Paukenschläge rüber wie in Hamburg und Bremen. Ich hebe daher die Inszenierung nicht in den Himmel und muss sie nicht zwingend nochmal sehen.

Im Original, was ich leider nicht gesehen habe, war wohl alles auf den Punkt. Will daher eine DVD. Beim Original waren wohl mehrere Genies am Werk.


LG
Petra
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miss_peculiar
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25.06.2019, 08:30 Uhr
Also, so langsam werde ich ja doch neugierig auf die Göttinger Inszenierung... hört sich für mich so an als hätten die Verantwortlichen eine Menge teils sogar recht guter Ideen gehabt, aber kein schlüssiges Konzept, was dann eben zu dem sehr durchwachsenen Gesamteindruck führt. So ähnlich sieht es wohl auch diese Kritik:
Früher war weniger Lametta | Litlog
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sydolphin
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25.06.2019, 08:34 Uhr
Ich schaue es mir nächsten Sonntag an...mal sehen. Natürlich etwas schwierig unvoreingenommen reinzugehen...aber ich versuche es.

Gruß
sydolphin
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Rockfanw04
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25.06.2019, 14:13 Uhr
Ui , macht euch mal Keine Sorgen ich komm schon klar damit.

Natürlich finde ich es nicht so toll wenn mal eben die Inszenierung in der "eigenen" Stadt so zerissen wird. Aber ich sehe das auch differenziert. So etwas muss auch gar nicht jedem Bowie/nichtBowiefan/Interessierten mega gut gefallen. Theater soll auch mal unbequem und ein wenig irritierend sein.
Ich habe Lazarus auch so verstanden dass es kein Musical ist, das heißt ich erwarte nicht unbedingt Gesangsqualitäten einer Mariah Carey. Wenn das einige tun dann können Sie ja nur enttäuscht werden.

Göttingen hat außerdem Schauspieler vom Ensemble genutzt und sich nicht extra hochkarätige Sänger eingekauft. Und dass dann sich ein relativ kleines Theater wie das in Göttingen an so etwas rantraut finde ich per se schonmal cool.

Ich kann das Stück auch nicht mit neueren Inszenierungen wie Leipzig oder anderes vergleichen. Die habe ich nicht gesehen.
Ich habe allerdings schon andere Bowie angehauchte Performances gesehen die wirklich unterirdisch schlecht waren und diese Inszenierung gehört auf jeden Fall nicht dazu, meiner Meinung nach.

Und das dazugehörigen Treffen fand ich auch sehr schön. Toll, dass ihr den Weg nach Gö gemacht habt. Auch wenn wir im Vorfeld fast einen Hitzschlag vor dem Theater erlitten haben.
Alina
Ricochet
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Beiträge: 2.872 Registriert: 05.05.2010
25.06.2019, 14:57 Uhr
Das tut mir sehr leid, dass euch die Göttinger Inszenierung so wenig gefallen hat.

Wie Rockfanw04 schon schreibt, muss Theater streitbar sein und darf polarisieren – das gehört doch dazu. Ein Stück zu inszenieren, bedeutet immer auch neue Wege und Wagnisse einzugehen, sonst muss man sich Andrew Lloyd Webber Musicals ansehen. Und dass die verschiedenen Bühnen unterschiedlich an den Stoff herangehen würden, wird gerade ein Profi wie David Bowie bei diesem Projekt gewusst und bewusst einkalkuliert haben.
Für mich ist und bleibt die Göttinger Fassung jedenfalls eine gelungene, sehr eigenständige Interpretation und war mitten in meiner Disputationsvorbereitung eine wunderschöne Abwechslung. Ansonsten sollte man es mit Kant halten, der in der Kritik der Urteilskraft formuliert, dass das Geschmacksurteil kein Erkenntnisurteil, also mithin nicht logisch ist, sondern ästhetisch, worunter man dasjenige versteht, dessen Bestimmungsgrund nicht anders als subjektiv sein kann…
Man is least himself when he talks in his own person. Give him a mask, and he will tell you the truth. (O. Wilde)

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