It's Hard to be A Saint Saint In The City | SdT 13.06.2021

mrs.stardust
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Petralpz
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13.06.2021, 13:18 Uhr
@sway99, Ich habe Wrecking Ball, kannst ja mal reinhören in die CD. Wenn du allerdings Bruce Springsteen live erlebt hast, schmeisst du sowieso alle Platten weg. Nicht weil er so schlecht ist, sondern weil die CDs nicht ansatzweise das wiedergeben, wie er live rüberkommt und das ist unfassbar.
Für das Album gestern hab ich 2,34 Euro ausgegeben.

LG
Petra
I'm not a prophet or a stone aged man, just a mortal with potential of a superman. I'm living on.” (David Bowie)
Petralpz
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13.06.2021, 13:24 Uhr
Carmen schrieb am 13.06.2021, 10:07 :

Ich bin heute total happy, weil ich in wenigen Stunden endlich in die Heimat fliege und meine Familie und Freunde nach über einem Jahr wiedersehen werde 😃✈

Und dazu auch noch diesen SdT!! Mein Sonntag könnte nicht besser anfangen....

Das freut mich total für dich. 😘 Wunderschönen Urlaub wünsche ich dir. Das dich der Song so freut macht mich natürlich auch glücklich. 😊

LG
Petra
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Petralpz
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13.06.2021, 15:48 Uhr
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LG
Petra
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Bluebird
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13.06.2021, 17:54 Uhr
Klasse!! Hatte es tatsächlich erst vor ein paar Tage seit langem wieder gehört und merke jetzt ganz deutlich an der Peoploid-Power in der Luft, dass ich heute nicht die einzige bin, die diesen SdT genießt!
Danke an @petra und Euch und vor allem auch an meinen ersten Freund Flo, der mir 1991 die Vinyl-Box geschenkt hat! Wahnsinn!
Liebe Grüße
Bluebird

P.S. ach, ja bzgl. hören: hat außer mir vielleicht noch jemand „downtown Bowies“ verstanden?? War für mich damals immer die beste Zeile im Text, immer mitgesungen! (Ganz am Ende, vorletzte Zeile)
Volker
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13.06.2021, 19:09 Uhr
He, blauer Vogel

„Downtown Bowies“!
Genau das habe ich beim ersten mal auch gehört!
Höre ich immer noch!
V.
sway99
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14.06.2021, 12:29 Uhr
Volker schrieb am 13.06.2021, 19:09 :


„Downtown Bowies“!
Genau das habe ich beim ersten mal auch gehört!
Höre ich immer noch!
V.

Abgefahren! Höre es nun auch. Entweder ist das "boys" in einem überdrehten Slang oder tatsächlich "Bowie(s)" als versteckter Witz 😉
Bluebird
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15.06.2021, 10:11 Uhr
sway99 schrieb am 14.06.2021, 12:29 :
Volker schrieb am 13.06.2021, 19:09 :


„Downtown Bowies“!
Genau das habe ich beim ersten mal auch gehört!
Höre ich immer noch!
V.

Abgefahren! Höre es nun auch. Entweder ist das "boys" in einem überdrehten Slang oder tatsächlich "Bowie(s)" als versteckter Witz 😉

Yeah!  🙂
I‘m not alone! Gimme your hands!!
LG
Bluebird
Reinhold
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25.11.2025, 12:44 Uhr
Springsteens Original (Debütalbum Greetings from Asbury Park, N.J.) ist ein Straßengedicht im Akkordwechsel: Hustler-Mythos, Heilsversprechen, Dreck unter den Fingernägeln. Der Text jagt in Bildern Subway, Klappmesser, Neon - und wirft eine Figur in die Stadt, die heilig sein will, aber schon beim ersten Schritt stolpert.

Ein Jahr später, Philadelphia, Sigma Sound: Bowie hört im Song nicht nur Folk-Rock, sondern Material für seine „Plastic Soul“-Phase. Das Arrangement zieht die Silhouette straff: härteres Schlagzeug, trockener Bass, Rhythmusgitarre in kurzen Hieben, Saxofon als Randfeuer. Wo Springsteen ein urbanes Epos spricht, setzt Bowie auf Kanten und Körper - weniger Bordsteinromantik, mehr Glas und Stahl. Der Gesang rückt dichter ans Mikro, gedoppelt an neuralgischen Stellen; die Vokale werden länger gehalten, die Konsonanten schärfer gesetzt. Ergebnis: dieselbe Straße, andere Beleuchtung - Nachtkälte statt Promenade-Dunst.

„Saint in the City“ lebt vom Paradox: Heiligkeitsanspruch im Morast. Springsteen zeichnet die Figur als Getriebene, die sich in Spiegeln, Schaufenstern, Gesichtern wiedererkennt und jedes Mal ein anderes Selbst findet. Bowie dreht die Schraube, indem er das Ich in ein Bühnen-Ich verschiebt. Aus dem Jersey-Jungen wird ein Großstadt-Avatar, der weiß, dass Heiligkeit Pose ist und Pose Rüstung. Der Refrain kippt nicht ins Pathos, sondern in eine kühle Selbstinventur.

Aufgenommen im Umfeld von Young Americans, erst viel später offiziell breit zugänglich gemacht. Kontext ist entscheidend: Neben den Philly-Soul-Stücken wirkt „Saint“ wie ein transatlantischer Steg - Springsteens Straßenpoesie über Bowies Soul-Unterbau. Dass Bowie parallel auch „Growin’ Up“ einspielte, macht den Zugriff klar: Er testet amerikanische Selbsterschaffung am eigenen Körper. Der Song ist Selbstmythologie unter Neonlicht. Springsteen behauptet Würde im Schmutz. Bowie behauptet Kontrolle im Kostüm. Beide lesen die Stadt als Prüfung. Der Titel ist keine Klage, sondern ein Protokoll: Heilig bleibt eine Idee, die Realität ist Reibung.

„It’s Hard to Be a Saint in the City“ ist in beiden Fassungen ein Selbstporträt im Vorbeigehen. Springsteen schreibt den Mythos an die Wand; Bowie rahmt ihn und hängt ihn in eine Galerie aus Glas.

dt.

Ich trug Haut wie Leder, den diamantkalten Blick der Kobra.
Kam blau zur Welt, verwittert - und platzte doch wie eine Supernova.
Ich ging wie Brando, direkt in die Sonne,
und tanzte danach wie ein Casanova.

Mit Blackjack, Lederjacke, sauber nach hinten gekämmtem Haar,
Silbersterne auf der Kluft - wie eine überhitzte Harley, sonnenklar.
Wenn ich die Straße entlangstolzierte, hörte ich ihr Herz pochen.
Die Schwestern wichen zurück: „Sieh nur, wie schön der Mann da kocht!“
Der Krüppel an der Ecke rief: „'n Groschen, habt Erbarmen!“
Und die Benzin-Jungs downtown redeten rau, als rieb man Schmirgel auf die Armen.
Es ist so schwer, ein Heiliger in dieser Stadt zu sein.

Ich war der König der Gassen, Mama, mit einer Zunge aus Messing,
der Prinz der Habenichts, gekrönt beim Bettlerball im City-Ring.
Des Zuhälters Prophet, ich hielt die Temperatur unten,
nur ein Hinterhof-Zocker, vom Pech wie festgebunden.
Als die Hitze herabfuhr, blieb sie dampfend auf dem Pflaster liegen.
Da trat der Teufel auf wie Jesus, aus dem Straßendampf gestiegen,
zeigte mir eine Hand, die nicht mal Cops besiegen.
Sein heißer Atem in meinem Nacken – ich sprang in die Glut, allein.
Es ist so schwer, ein Heiliger zu sein, wenn du nur ein Junge auf der Straße bist.

Die Weisen der U-Bahn sitzen da wie lebende Tote,
während die Schienen Takt um Takt klackern, die Augen starr nach vorn, ohne Worte.
Sie reiten die Linie des Gleichgewichts, am dünnsten Faden festgemacht.
Doch diese Tunnel sind zu heiß – die Hitze trifft dich wie mit Macht.
Du willst raus an der nächsten Station, doch man drückt dich zurück in den Sitz.
Dein Herz schlägt schneller, du kämpfst dich hoch, trittst
aus dem Loch an die Luft – zurück auf die Straße.

Und die South-Side-Schwestern, verdammt, sie sehen schön aus.
Der Krüppel an der Ecke ruft: „'n Groschen, habt Erbarmen, ihr Leute!“
Und die Jungs downtown reden immer noch rau, nichts nett dabei.
Es ist so schwer, ein Heiliger in der Stadt zu sein.


Reinhold
Pflichtangabe zu den Inhaltsstoffen meiner Postings: Kompetenz, Erfahrung, geringe Anteile von Halbwissen. Kann Spuren von Ironie oder Hörensagen enthalten.

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