Heat
ein bedrückender, schwermütiger, ja fast bedrohlich wirkender song.der letzte auf the next day(regulär).
wie so oft versetzt uns bowie beim letzten song des albums in eine komplett andere stimmung.
und mr.bowie räumt auf, zieht bilanz, befasst sich mit dingen und themen, aber auch mit menschen, die ihn in der vergangenheit berührt haben.
angefangen mit dem cover, über, where are we now, bis hin zu dem song of norway tshirt....
in heat ist es ganz klar der japanische schriftsteller yukio mishima .
bowie verehrt ihn seit er ein junger mann ist, er malt sogar ein potrait von ihm.
mishimas schwermütiges werk, welches sich oft mit dem tod beschäftigt, aber auch sein leben selbst, inspirieren bowie immer wieder.
so finden wir mishima nicht nur in heat als gedanklichen begleiter für diesen song, er taucht auch in einigen anderen songs als zitatgeber auf.
in heat ist es vor allem mishimas werk spring snow, welches eine rolle spielt.
vor einigen jahren hatte ich auch mal gelesen, dass der song ebenfalls etwas mit bowies geliebten scott walker zu tun hätte, hierzu fehlt mir die kenntnis.
wieder gerne support der bowie family!
vorhang auf für den peacock in the snow:
heat
Heat | SdT 30.06.2020
30.06.2020, 07:10 Uhr
Cat People
30.06.2020, 12:30 Uhr
mrs.stardust schrieb am 30.06.2020, 07:10 :
heute
heat
wieder gerne support der bowie family!
Heat
Then we saw Mishima's dog
Trapped between the rocks
Blocking the waterfall
The songs of dust
The world would end
And night was always falling
The peacock in the snow
And I tell myself
I don't know who I am
And I tell myself
I don't know who I am
My father ran the prison
My father ran the prison
I can only love you
By hating him more
That's not the truth
It's too big a word
He believed
That love is theft
Love and whores
The theft of love
And I tell myself
I don't know who I am
And I tell myself
I don't know who I am
My father ran the prison
My father ran the prison
But I am a seer
I am a liar
I am a seer
But I am a liar
My father ran the prison
My father ran the prison
Wikipedia Mishima http://s.davidbowieforum.de/mishima
Zitat:
Am 25. November 1970 nahm Mishima mit vier Mitgliedern der Tatenokai in Tokio den diensthabenden Kommandanten der japanischen Streitkräfte als Geisel. Vom Balkon des Hauptquartiers hielt er eine Rede, in der er die Armee zur Besetzung des Parlamentes und zur Wiedereinsetzung des Kaisers aufrief. Sein Appell blieb jedoch auf Grund des Desinteresses der Soldaten folgenlos. Unmittelbar danach begingen Mishima und einer seiner engen Vertrauten Seppuku und ließen sich von einem dritten Anwesenden enthaupten.
1968 hatte Mishima in einem Interview geäußert, dass, anders als das westliche Bild des Selbstmords, der meist als Niederlage betrachtet werde, „Harakiri einen manchmal siegen lässt“. Laut der Biografie von Henry Scott Stokes hatte Mishima seinen Suizid bereits seit einigen Jahren geplant und seinen Todestag ein Jahr im Voraus festgelegt. Sein Glaube an eine Erfolgsaussicht bezüglich der Restauration des Kaiserreiches erscheint daher fraglich. Stokes widersprach jedoch Ansichten, Mishimas Suizid sei eine Art finaler künstlerischer Ausdruck oder ein romantischer Doppelsuizid mit seinem Geliebten gewesen. Der Schauplatz – das Zentrum der militärischen Streitmacht in Tokio – mache die Tat zu einem klar politisch motivierten Akt.
Spoiler:
Pflichtangabe zu den Inhaltsstoffen meiner Postings: Kompetenz, Erfahrung, geringe Anteile von Halbwissen. Kann Spuren von Ironie oder Hörensagen enthalten.
30.06.2020, 16:32 Uhr
mrs.stardust schrieb am 30.06.2020, 07:10 :
vor einigen jahren hatte ich auch mal gelesen, dass der song ebenfalls etwas mit bowies geliebten scott walker zu tun hätte, hierzu fehlt mir die kenntnis.
wieder gerne support der bowie family!
vorhang auf für den peacock in the snow:
Mit Scott Walker hat der Song nur insofern zu tun, dass David ihn mit seiner sogenannten tiefen dunklen "Scott Walker Stimme" singt.
LG
Petra
I'm not a prophet or a stone aged man, just a mortal with potential of a superman. I'm living on.” (David Bowie)
14.08.2025, 09:33 Uhr
mrs.stardust schrieb am 30.06.2020, 07:10 :
Heat
ein bedrückender, schwermütiger, ja fast bedrohlich wirkender song.der letzte auf the next day(regulär).
...
wieder gerne support der bowie family!
vorhang auf für den peacock in the snow:
heat
„Heat“ schließt The Next Day mit einem Stück ab, das wie ein Echo aus einer anderen Zeit wirkt. Musikalisch schwebt es in der Tradition von Bowies späten 70er-Jahren – langsamer Puls, schwebende Harmonien, minimalistische Instrumentierung. Gitarrenlinien ziehen sich wie feine Risse durch eine Fläche aus Streichersounds, und Bowies Stimme wirkt hier fast gebrochen, intim, aber zugleich unnahbar.
Textlich ist „Heat“ eine Collage aus surrealen Bildern. Die Anspielungen auf Yukio Mishima, mysteriöse Hunde, Uniformen, brennende Wälder – alles wird in ein Labyrinth aus Andeutungen verwoben. Der Refrain „And I tell myself, I don’t know who I am“ könnte als radikale Selbstbefragung gelesen werden: Wer ist Bowie nach Jahrzehnten der Rollenwechsel, Masken und Alter Egos?
Eine wichtige Inspirationsquelle war ja Scott Walker. Bowie bewunderte Walkers späte, experimentelle Werke – besonders "The Drift" und "Bish Bosch" – mit ihren düsteren, klanglich entrückten Songlandschaften. In „Heat“ spürt man diese Einflüsse deutlich: das langsame Tempo, die karge Instrumentierung, die fragmentarischen, fast hermetischen Texte. Wo Walker oft ins Bedrohliche kippt, bleibt Bowie etwas zugänglicher, aber die Nähe ist unverkennbar.
Interessant ist, wie sehr „Heat“ schon klanglich auf "Blackstar" vorausweist. Diese Mischung aus spärlicher Instrumentierung, dunkler Textur und rätselhaften Texten wirkt wie ein Vorbote der Stimmung, die Bowie auf seinem letzten Album perfektionierte. Gleichzeitig ist es auch ein Rückgriff – Fans von Low oder „Warszawa“ werden die Parallelen in Atmosphäre und Struktur sofort erkennen.
Vielleicht ist das Spannendste an „Heat“, dass Bowie hier wieder nicht versucht, eine Geschichte linear zu erzählen. Es ist eher ein Traumprotokoll – fragmentarisch, poetisch, manchmal beunruhigend. Visconti interpretierte das Stück als Beobachtung, nicht Selbstoffenbarung. Das Stück fordert ja keine schnelle Deutung, sondern lädt dazu ein, sich in die Stimmung fallen zu lassen und die Bilder wirken zu lassen. Tony Visconti sagte dazu sinngemäß: „Es könnte von Gefängnis, Einsamkeit und soziopathischer Abgeklärtheit handeln. Die Texte sind so düster, dass ich Bowie gefragt habe, worum es geht. ‘Oh, es geht nicht um mich’, sagte er. ‘Keiner dieser Songs tut das. Er ist ein Beobachter.’“
Reinhold
Pflichtangabe zu den Inhaltsstoffen meiner Postings: Kompetenz, Erfahrung, geringe Anteile von Halbwissen. Kann Spuren von Ironie oder Hörensagen enthalten.
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